Mein Freund empfiehlt mir Nonisaft

Um den Nonisaft ranken sich viele Mythen und Gerüchte. Einige Personen aus meinem Bekanntenkreis haben mir zu diesem Getränk geraten. Es ist ein polynesisches Getränk, welches aus den Früchten des indischen Maulbeerbaums auch Noni gennant gewonnen wird. Der Saft soll heilende Wirkungen gegen viele Gebrechen besitzen und auch die Blätter und Wurzeln des Baums werden in Polynesien als Heilmittel gegen Infektionen und Wurmerkrankungen eingesetzt.

Der Nonisaft riecht eigentlich wie alter Käse und deshalb wird er oft in Kombination mit anderen Geschmacksrichtungen im Handel angeboten. Erst seit 2003 darf Nonisaft in Deutschland verkauft werden. Jeder Hersteller muss darauf achten, dass auf dem Etikett keine heilenden Wirkungen versprochen werden. Untersuchungen haben gezeigt, dass diese nicht existieren. Es müsste sonst auch als Medikament eingestuft werden und weitere Tests bestehen. Vermutlich tut der Plazeboeffekt bei der Einnahme des Safts sein übriges. Der Preis des Getränks fördert eine Genesung sicherlich nicht, denn der Kaufbetrag für diesen Genuss ist doch höher als üblicher Supermarktsaft.

Bei der Vermarktung wird viel mit pseudowissenschaftlichen Argumenten gearbeitet, welche bei vielen Verbrauchern wirken. Wer möchte schließlich nicht vitaler, gesünder und leistungsfähiger durchs Leben gehen? Alleine das Einsatzgebiet des Nonisafts macht mich sehr stutzig. Er soll gegen Diabetes, Arthritis, Übergewicht, Depressionen und Krebs wirken. Dieses Getränk muss ein wahrer Zaubertrank sein! Verantwortlich für diese Heilungsprozesse soll der Wirkstoff Xeronin sein. Dessen Wirkung und Einsatz ist der Pharmaindustrie bis heute unbekannt. Ich denke, dass ein paar intelligente Geschäftleute aus einer Südseelegende eine raffinierte Geschäftidee entwickelt haben und mit dem Wohlfühlversprechen Geld machen.

Es muss jeder selber entscheiden, ob er auf die Wirkung des Getränks vertraut. Eine Kostprobe des Safts kann mit Sicherheit nicht schaden.

Leave a Reply